
Herrn
Bürgermeister
Patrick Anders
Minoritenstr. 2 - 6
40878 Ratingen
09.04.2026
Antrag zum Haushalt 16.10.10.403200
Verwaltungsvorschlag zur Haushaltskonsolidierung:
Erhöhung der Hundesteuer ab dem 01.01.2027 um 10 %
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Verwaltung schlägt einen Nachtrag zur Hundesteuersatzung vor, der eine Erhöhung der Hundesteuer um 10 % ab dem 01.01.2027 vorsieht. Wie in den vergangenen Jahren steht die Fraktion der Bürger-Union einer Erhöhung der Hundsteuer grds. kritisch gegenüber.
Bei der Hundesteuer handelt es sich um eine klassische Aufwandssteuer ohne jede Zweckbindung. Die Einnahmen fließen vollständig in den allgemeinen Haushalt, ohne dass den Hundehalterinnen und Hundehaltern ein konkreter Mehrwert gegenübersteht. Eine Steuererhöhung bedeutet somit nichts anderes als eine zusätzliche Belastung ohne Gegenleistung.
Diese fehlende Zweckbindung wiegt umso schwerer, als bestehende Defizite im Bereich der hundebezogenen Infrastruktur seit Jahren nicht behoben werden. So werden die bereits seit langem beschlossenen Hundeauslaufflächen nur im geringen Umfang umgesetzt– obwohl insbesondere im Stadtteil Lintorf ein erheblicher Bedarf besteht. Gleichzeitig fehlen in Ratingen flächendeckend Hundekotbeutelspender und Abfallbehälter, wie sie in vielen anderen Kommunen längst Standard sind.
Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Bürger-Union nicht vermittelbar, die Abgabenlast für Hundehalter weiter zu erhöhen, ohne zugleich erkennbare Verbesserungen zu schaffen.
Hinzu kommt die soziale Dimension: Die Hundesteuer wird unabhängig von Einkommen erhoben und trifft damit insbesondere Haushalte mit geringem Budget. Ein Hund ist heute kein Luxusgut, sondern für viele Menschen ein wichtiger sozialer Partner, als Begleiter für ältere Menschen – sei es zur Vermeidung von Einsamkeit und Unterstützung gegen Vereinsamung, zur Stabilisierung im Alltag oder als fester Bestandteil des Familienlebens. Eine übermäßige steuerliche Belastung ist daher auch sozialpolitisch verfehlt. Steuerhöhungen in diesem Bereich sind mit besonderer Zurückhaltung zu behandeln.
Zudem steht die geplante Erhöhung in keinem angemessenen Verhältnis zur Wirkung: Bei einem Haushaltsvolumen von 437,01 Mio. Euro sind Mehreinnahmen von lediglich 66.000 Euro haushaltspolitisch marginal.
Ungeachtet dieser grundsätzlichen Kritik erkennt die Fraktion die Notwendigkeit an, angesichts eines planerischen Defizits von 15,8 Mio. Euro einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten. Daher schlägt die Bürger-Union einen maßvollen und ausgewogenen Kompromiss vor:
1. Erhöhung der Hundesteuer für den ersten Hund von 115 Euro auf 120 Euro
2. Erhöhung für den zweiten Hund von 200 Euro auf 210 Euro
3. Erhöhung für den dritten Hund von 250 Euro auf 260 Euro
4. Erhöhung für einen Listenhund von 950 Euro auf 1.000 Euro Dieser Vorschlag berücksichtigt die finanzielle Lage der Stadt, vermeidet jedoch eine übermäßige Belastung der Bürgerinnen und Bürger und trägt den sozialen Aspekten Rechnung.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Vogt Angela Diehl
Fraktionsvorsitzender 1. stellvertr. Fraktionsvorsitzende