
Herrn
Bürgermeister
Patrick Anders
Minoritenstr. 2 - 6
40878 Ratingen
08.06.2026
Senioren- und Generationenquartiere in Ratingen
Bestandsaufnahme, Fördermittelprüfung und Umsetzungsstrategie
Beratungsfolge: SenR, SozA, HAFA und RatSehr geehrter Herr Bürgermeister Anders,
die Fraktion der Bürger-Union Ratingen stellt folgenden Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. für das gesamte Stadtgebiet Ratingen geeignete Wohngebäude und Wohnanlagen zu identifizieren, die aufgrund ihrer baulichen Voraussetzungen für die Entwicklung von Senioren- oder Generationenquartieren geeignet sind,
2. Gespräche mit Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, privaten Eigentümern, Investoren sowie sozialen Trägern aufzunehmen, um die Möglichkeiten der Einrichtung entsprechender Wohnformen auszuloten,
3. die aktuellen Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes sowie weiterer Fördergeber für altersgerechtes Wohnen, Quartiersentwicklung und gemeinschaftliche Wohnformen zu prüfen und darzustellen,
4. ein stadtweites Konzept zur Entwicklung von Senioren- und Generationenquartieren vorzulegen, einschließlich möglicher Pilotstandorte und Umsetzungsschritte,
5. dem Seniorenrat sowie dem Sozialausschuss erstmals innerhalb von sechs Monaten nach Beschlussfassung über den Sachstand zu berichten und anschließend halbjährlich über den Fortgang der Gespräche, identifizierte Standorte, Fördermöglichkeiten und Umsetzungsfortschritte zu informieren.
Begründung:Der demografische Wandel stellt die Stadt Ratingen vor die Aufgabe, ausreichende und zeitgemäße Wohnangebote für ältere Menschen zu schaffen. Viele Seniorinnen und Senioren möchten möglichst lange selbstständig und in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben. Gleichzeitig wächst der Bedarf an barrierearmen Wohnungen sowie an Wohnformen, die Gemeinschaft, gegenseitige Un-terstützung und soziale Teilhabe ermöglichen.
Bereits im Jahr 2019 hat die Fraktion der Bürger-Union mit einem Antrag zur Schaffung von Gemeinschaftsquartieren für Seniorinnen und Senioren in Ratingen-West auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und die Bedeutung quartiersbezogener Wohnformen aufmerksam gemacht. Im Zusammenhang mit der damaligen kommunalen Altenplanung wurde zudem auf die Notwendigkeit hingewiesen, älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen.
Trotz der seitdem weiter gestiegenen Bedeutung des Themas sind konkrete Umsetzungsfortschritte bei der Entwicklung entsprechender Senioren- oder Gemeinschaftsquartiere bislang nicht erkennbar geworden. Die Bürger-Union sieht daher die Notwendigkeit, den Ansatz erneut aufzugreifen, auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten und mit einem verbindlichen Berichts- und Prüfauftrag zu versehen.
Ziel ist es, die bisherigen Überlegungen in konkrete Projekte zu überführen und dabei die heute verfügbaren Fördermöglichkeiten von Bund und Land konsequent zu nutzen. Von besonderem Interesse sind Wohnanlagen mit barrierearmen Zugängen, Aufzügen und einer guten Nahversorgung. Dort könnten ältere Menschen innerhalb ihres gewohnten Umfeldes in kleinere, altersgerechte Wohnungen wechseln und gleichzeitig ihre sozialen Kontakte erhalten. Durch solche Umzugsketten könnten zudem größere Wohnungen für Familien frei werden und damit zur Entspannung des Wohnungsmarktes beitragen.
Darüber hinaus bieten die aktuellen Förderprogramme des Landes Nordrhein-Westfalen erhebliche Chancen, Projekte für altersgerechtes Wohnen, Quartiersentwicklung, Gemeinschaftsflächen und generationenübergreifende Wohnformen finanziell zu unterstützen. Diese Möglichkeiten sollten aktiv genutzt werden.
Um sicherzustellen, dass das Thema nicht erneut über Jahre ohne konkrete Ergebnisse bleibt, ist eine regelmäßige Berichterstattung im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren erforderlich. Dadurch erhalten Politik und Öffentlichkeit die notwendige Transparenz über den Fortgang der Gespräche und die Entwicklung möglicher Projekte.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Vogt Roland Loos
Fraktionsvorsitzender Ratsmitglied im SozA