
Herrn
Bürgermeister
Patrick Anders
Minoritenstr. 2 - 6
40878 Ratingen
11.06.2026
Antrag Rahmenbedingungen für Ehrenamt stärken – neue Engagementmöglichkeiten schaffen und Anerkennung ausbauen
Beratungsfolge: SozA, HAFA und RatSehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Fraktion der Bürger-Union beantragt:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. ein Konzept für die Einführung niedrigschwelliger ehrenamtlicher Patenschaftsmodelle in Ratingen vorzulegen. Dabei sollen insbesondere Patenschaften für Grünflächen, Spielplätze, Wander- und Radwege, öffentliche Plätze sowie weitere geeignete kommunale Einrichtungen geprüft werden,
2. gemeinsam mit örtlichen Unternehmen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen Möglichkeiten zur Ausweitung von Vergünstigungen für ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln und dem Rat vorzuschlagen,
3. zu prüfen, ob ergänzend zur Ehrenamtskarte des Landes Nordrhein-Westfalen ein kommunales Anerkennungsmodell für ehrenamtliches Engagement geschaffen werden kann, das auch Bürgerinnen und Bürger mit geringerem zeitlichem Engagement einbezieht,
4. dem Sozialausschuss innerhalb von zwölf Monaten über die Umsetzungsmöglichkeiten und die voraussichtlichen finanziellen Auswirkungen zu berichten.
Begründung:Das Ehrenamt leistet einen unverzichtbaren Beitrag für das gesellschaftliche Leben in Ratingen. Zahlreiche Vereine, Initiativen, soziale Einrichtungen sowie kulturelle und sportliche Angebote wären ohne den Einsatz ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger nicht denkbar. Gleichzeitig verändern sich die Formen des freiwilligen Engagements. Viele Menschen möchten sich projektbezogen, flexibel oder mit geringerem Zeitaufwand engagieren. Die Stadt sollte daher zusätzliche und niedrigschwellige Möglichkeiten schaffen, Verantwortung für das unmittelbare Lebensumfeld zu übernehmen. Patenschaftsmodelle für öffentliche Flächen und Einrichtungen bieten hierfür einen geeigneten Ansatz und stärken zugleich die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil.
Darüber hinaus sollte ehrenamtliches Engagement stärker durch konkrete Vorteile im Alltag anerkannt werden. Andere Kommunen zeigen, dass Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen, Freizeitangeboten und örtlichen Unternehmen die Attraktivität des Ehrenamts erhöhen können.
Ziel des Antrags ist es nicht, bestehende Strukturen zu ersetzen, sondern das Ehrenamt in Ratingen durch zusätzliche Angebote und eine zeitgemäße Anerkennungskultur weiter zu stärken und neue Zielgruppen für freiwilliges Engagement zu gewinnen.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Vogt Roland Loos
Fraktionsvorsitzender Ratsmitglied