
...in der neuen Ausgabe der Zeitung der Volkssolidarität Ratingen, "Nachrichten aus Ratingen":
Bürger-Union: Ratingen kann sich in der Flüchtlingsfrage bewähren.
Ratingen sieht sich in diesen Monaten einer enormen Aufgabe gegenüber. Die Flüchtlingsströme, die sich seit letztem Jahr aus Gebieten im Süden Europas, dem Nahen Osten und Afrika nach Mitteleuropa und die EU bewegen, haben Ausmaße angenommen, die keiner vorhersehen konnte.
Die Auswirkungen auf Ratingen sind in Zahlen ablesbar: Während zu Beginn des Jahres für Deutschland noch vermeintlich großzügig mit ca 400.000 Flüchtlingen gerechnet wurde, sollten hiervon nach dem Verteilungsschlüssel auf Ratingen ca 400 Menschen entfallen. Mittlerweile erwartet der Bundesinnerminister bis zu 800.000 Asylsuchende und niemand weiß, ob diese Zahl Bestand haben wird. Für Ratingen würde das bedeuten, dass bis zu 800 Menschen aufzunehmen sind.
Die Kommunen werden hierbei zum Teil vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt. Nicht nur die Unterbringungskapazitäten müssen ständig ausgeweitet werden, auch die finanziellen und organisatorischen Möglichkeiten müssen permanent neu justiert werden. Dies gilt auch für Ratingen. Das Land ist hier in besonderem Maße in der Verantwortung. Der Soester Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW stellt fest: „Das Land ist zunehmend überfordert mit der Erstunterbringung der Asylsuchenden und gibt den Druck an die Kommunen weiter. Wir müssen die begrenzten Ressourcen unserer Städte und Gemeinden gezielt für diejenigen einsetzten, die vor politischer Verfolgung geflohen sind und unseren Schutz suchen“.
Ratingen zeigt sich in dieser Zeit von seiner besten Seite. Die Asylsuchenden werden vorbildlich empfangen und untergebracht. Unzählige Freiwillige melden sich, um mit anzupacken. Auch das will von der Verwaltung organisiert werden, denn nicht immer ist sofort offensichtlich, wo es am meisten fehlt. Pensionierte Lehrer bieten Sprachunterricht an, Künstler möchten die Kinder mit Malen/Basteln unterhalten, Kirchengemeinden stellen Räume zur Verfügung, Ehrenamtliche organisieren Willkommenstage für teilweise extrem traumatisierte Flüchtlinge. Bei der Bewältigung dieser Herausforderung ziehen die Stadtverwaltung, die Politik und nicht zuletzt die vielen ehrenamtlichen Helfer an einem Strang. Insbesondere der Wunsch vieler Bürger, sich hierbei einzubringen ist überwältigend und ergreifend zugleich. Ratingen und die Ratinger werden bei dieser Belastungsprobe ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Hierauf können wir stolz sein!
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